Shatavari Wirkung: Pflanze, Anwendung & Studien im Überblick
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Dr. Long Duc Nguyen
ehemaliger Biochemiker der Charité Berlin und ganzheitlicher Ernährungsberater, gründete Bionutra, um natürliche Mikronährstoffe aus hochwertigen Superfoods und Heilpflanzen für alle einfacher zugänglich zu machen.
Shatavari (Asparagus racemosus) zählt zu den bekanntesten Pflanzen der ayurvedischen Tradition und wird dort seit Jahrhunderten verwendet. Besonders häufig wird die Wurzel im Zusammenhang mit verschiedenen Lebensphasen und dem weiblichen Körper beschrieben (Alok et al., 2013; Singh et al., 2023).
Auch im deutschsprachigen Raum wächst das Interesse an Shatavari. Erhältlich ist die Pflanze vor allem als Pulver, Kapsel oder Extrakt. Dabei stehen vor allem die Inhaltsstoffe, die traditionelle Anwendung und die wissenschaftliche Einordnung im Mittelpunkt.
Dieser Artikel gibt einen strukturierten Überblick über die Pflanze, ihre wichtigsten Inhaltsstoffe, die Anwendung im Ayurveda sowie die aktuelle Studienlage. Ziel ist es, Shatavari auf Basis wissenschaftlicher Literatur differenziert und gut verständlich einzuordnen.
Was ist Shatavari?
Botanische Herkunft
Shatavari ist der Sanskrit-Name für Asparagus racemosus Willd., eine Pflanze aus der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Sie wächst vor allem in tropischen und subtropischen Regionen Südasiens, insbesondere in Indien, Nepal und Sri Lanka, und bevorzugt feuchte, gut durchlässige Böden (Alok et al., 2013; Kohli et al., 2023).
Typisch für die Pflanze sind ihre langen, knollenartigen Wurzeln. Diese werden traditionell geerntet, getrocknet und weiterverarbeitet. In Nahrungsergänzungsmitteln wird die Wurzel meist als Pulver oder Extrakt verwendet, da sie die wichtigsten bioaktiven Inhaltsstoffe enthält (Alok et al., 2013).
Obwohl Shatavari mit dem bekannten Gemüsespargel verwandt ist, unterscheidet sich Asparagus racemosus deutlich in Zusammensetzung und Verwendung. In der Forschung gilt vor allem die Wurzel als relevant, da sie charakteristische Inhaltsstoffe wie steroidale Saponine enthält (Singh et al., 2023).
Zur Qualitätssicherung werden heute moderne analytische Methoden eingesetzt, da Herkunft und Verarbeitung die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe beeinflussen können (Guo et al., 2023).
Inhaltsstoffe von Shatavari
Die Wurzel von Asparagus racemosus enthält verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Dazu gehören vor allem Saponine, Flavonoide, Polyphenole sowie weitere bioaktive Verbindungen. Ihre genaue Zusammensetzung kann je nach Anbaugebiet, Erntezeitpunkt und Verarbeitung variieren.
Im Mittelpunkt der Forschung stehen insbesondere die sogenannten Shatavarine. Dabei handelt es sich um steroidale Saponine, die als typische Inhaltsstoffe der Pflanze gelten.
Shatavarin-Saponine
Saponine sind weit verbreitete pflanzliche Verbindungen. In Shatavari kommen vor allem steroidale Saponine vor, die als Shatavarine, zum Beispiel Shatavarin I bis IV, bezeichnet werden (Alok et al., 2013).
Diese Stoffe gehören zu den am besten untersuchten Bestandteilen der Wurzel. In Studien werden sie unter anderem im Zusammenhang mit hormonähnlichen Effekten, dem Immunsystem und Anpassungsreaktionen des Körpers diskutiert (Singh et al., 2023).
Ein wichtiger Aspekt ist ihre strukturelle Ähnlichkeit zu körpereigenen Steroidhormonen. Das wird häufig als mögliche Erklärung für die traditionelle Anwendung von Shatavari im Zusammenhang mit dem weiblichen Körper genannt.
Darüber hinaus sind Saponine dafür bekannt, mit Zellmembranen zu interagieren – eine Eigenschaft, die auch bei vielen anderen saponinreichen Pflanzen vorkommt.
Polyphenole und weitere sekundäre Pflanzenstoffe
Neben Saponinen enthält Shatavari auch Polyphenole, Flavonoide und andere phenolische Verbindungen. Diese Stoffe kommen in vielen Pflanzen vor und werden häufig im Zusammenhang mit verschiedenen biologischen Prozessen untersucht (Kohli et al., 2023).
In der Shatavari-Wurzel wurden unter anderem phenolische Verbindungen und Flavonoid-Derivate nachgewiesen. Aufgrund ihrer chemischen Struktur können sie mit reaktiven Sauerstoffverbindungen reagieren, was in Laborstudien oft als antioxidative Eigenschaft beschrieben wird (Alok et al., 2013; Arora et al., 2011).
Zusätzlich enthält Shatavari weitere sekundäre Pflanzenstoffe wie Sterole, Alkaloide und Polysaccharide, die im Zusammenhang mit unterschiedlichen biologischen Funktionen untersucht werden (Singh et al., 2023).
Da pflanzliche Rohstoffe aus vielen verschiedenen Substanzen bestehen, ist es schwierig, einzelne Wirkmechanismen isoliert zu betrachten. Während einzelne Stoffe im Labor untersucht werden, basiert die traditionelle Anwendung auf dem Zusammenspiel aller Inhaltsstoffe.
Traditionelle Anwendung
Die Anwendung von Shatavari (Asparagus racemosus) stammt aus der ayurvedischen Medizin, die seit Jahrhunderten in Indien praktiziert wird. In klassischen Texten wird vor allem die Wurzel in verschiedenen Zusammenhängen beschrieben, etwa im Bereich Ernährung, Regeneration und bestimmter körperlicher Prozesse (Alok et al., 2013; Singh et al., 2023).
Die traditionelle Anwendung basiert auf Erfahrungswissen und bildet häufig die Grundlage für moderne Forschungsansätze.
Frauenheilkunde im Ayurveda
Im Ayurveda wird Shatavari häufig im Zusammenhang mit dem weiblichen Körper erwähnt. Traditionell wird die Pflanze in unterschiedlichen Lebensphasen eingesetzt, zum Beispiel rund um den Menstruationszyklus, während der Schwangerschaft oder nach der Geburt (Alok et al., 2013).
Ein zentrales Konzept ist dabei das Gleichgewicht der sogenannten Doshas. Shatavari wird meist dem Pitta-Dosha zugeordnet, das mit Wärme und Stoffwechselprozessen verbunden ist (Singh et al., 2023).
Insgesamt spielt Shatavari in der traditionellen Frauenheilkunde eine wichtige Rolle, während die wissenschaftliche Bewertung noch nicht abgeschlossen ist.
Verdauung und Balance
Neben der Frauenheilkunde wird Shatavari im Ayurveda auch mit Verdauung und allgemeinem Gleichgewicht in Verbindung gebracht. Die Pflanze gilt traditionell als „nährend“ und wird häufig im Rahmen von Ernährung und Regeneration verwendet (Alok et al., 2013).
In der modernen Forschung werden einzelne Inhaltsstoffe wie Saponine und Polysaccharide im Zusammenhang mit Verdauungsprozessen untersucht, meist in präklinischen Studien (Singh et al., 2023).
Auch mögliche antioxidative Eigenschaften bestimmter Pflanzenstoffe werden diskutiert, etwa im Zusammenhang mit Zellschutzmechanismen (Kohli et al., 2023).
Die traditionelle Beschreibung von Shatavari als „ausgleichend“ oder „stärkend“ basiert somit auf einem ganzheitlichen Ansatz. Die wissenschaftliche Forschung betrachtet dagegen vor allem einzelne Wirkmechanismen.
Shatavari und Hormone – Einordnung
Shatavari (Asparagus racemosus) wird häufig im Zusammenhang mit hormonellen Prozessen diskutiert. Diese Einordnung beruht sowohl auf der traditionellen Anwendung im Ayurveda als auch auf modernen Forschungsansätzen.
In der wissenschaftlichen Literatur wird insbesondere untersucht, ob bestimmte Inhaltsstoffe der Pflanze mit hormonellen Signalwegen in Verbindung stehen könnten. Dabei stehen vor allem Frauen in der Perimenopause und Postmenopause im Fokus der Forschung (Alok et al., 2013; Singh et al., 2023).
Aktuelle Studien liefern erste Hinweise auf mögliche Zusammenhänge mit menopausalen Beschwerden. Die konkreten Ergebnisse aus klinischen Studien werden im folgenden Abschnitt näher dargestellt.
Studien zu Shatavari
Die Forschung zu Shatavari hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Besonders häufig wird die Pflanze im Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen, den Wechseljahren und der Stillzeit untersucht (Sharma & Jaitak, 2020; O’Leary et al., 2021; Mahajan et al., 2025; Yadav et al., 2025; Pingali et al., 2025; Ademola et al., 2026).
Kurz zusammengefasst:
Menopause:
Hinweise auf reduzierte Beschwerden (z. B. Hitzewallungen, Müdigkeit)
Teilweise Verbesserungen funktioneller Parameter
Stillzeit:
Erste Hinweise auf erhöhte Milchproduktion
Sexualfunktion & Wohlbefinden:
Begrenzte Daten, meist in Kombination mit anderen Pflanzen
PCOS:
Einzelne Studien mit ersten Hinweisen, aber geringe Evidenz
Präklinische Forschung (Labor- und Tierstudien):
Nervensystem (neuroprotektive Ansätze)
Immunsystem
antimikrobielle Eigenschaften
Klinische Studien am Menschen
Menopause und hormonelle Veränderungen
Die Wechseljahre bringen viele körperliche Veränderungen mit sich. In diesem Zusammenhang wird Shatavari zunehmend untersucht, insbesondere im Hinblick auf typische Beschwerden wie Hitzewallungen oder Erschöpfung.
Einige neuere Studien zeigen erste Hinweise darauf, dass standardisierte Shatavari-Extrakte mit Verbesserungen solcher Symptome verbunden sein könnten. Teilweise wurden auch Veränderungen bestimmter Hormonwerte beobachtet.
Studie
Population
Intervention
Zentrale Ergebnisse
RCT (Mahajan et al., 2025)
Perimenopausale Frauen
Shatavari-Extrakt (8 Wochen)
Rückgang von Beschwerden, Stress und Müdigkeit
RCT (Yadav et al., 2024)
Perimenopausale Frauen
Standardisierter Extrakt
Verbesserung von Hitzewallungen und Menopause-Scores
RCT (Ademola et al., 2025)
Menopausale Frauen
Shatavari vs. Kombination
Kombination zeigte stärkere Effekte
Studie ( Pingali et al., 2024)
Postmenopausale Frauen
Shatavari / Kombination
Hinweise auf verbesserte Gefäßfunktion und Entzündungsmarker
*Eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) ist eine wissenschaftliche Studie, bei der Teilnehmer zufällig einer Behandlungs- oder Kontrollgruppe zugeteilt werden, um die Wirkung einer Intervention möglichst zuverlässig zu prüfen.
Sexualfunktion
Auch im Zusammenhang mit Wohlbefinden und Sexualfunktion wird Shatavari untersucht. Dieser Bereich ist bisher jedoch deutlich weniger erforscht.
Studie
Population
Intervention
Zentrale Ergebnisse
RCT (Ademola et al., 2025)
Erwachsene Frauen
Shatavari vs. Kombination vs. Placebo
Verbesserungen in Bereichen wie Erregung und Wohlbefinden
PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom)
Einzelne Studien beschäftigen sich auch mit Shatavari im Zusammenhang mit PCOS, insbesondere im Hinblick auf hormonelle und reproduktive Parameter.
Studie
Population
Intervention
Zentrale Ergebnisse
RCT (Mhatre et al., 2026)
Frauen mit PCOS
Shatavari (12 Wochen)
Hinweise auf Veränderungen der Follikelstruktur und Stressreduktion
Stillzeit
Ein weiterer Forschungsbereich ist die Anwendung während der Stillzeit. Hier wird untersucht, ob Shatavari Prozesse im Zusammenhang mit der Milchbildung unterstützen kann.
Studie
Population
Intervention
Zentrale Ergebnisse
RCT (Ajgaonkar et al., 2024)
Frauen nach der Geburt
Shatavari-Extrakt
Hinweise auf erhöhte Milchmenge und schnellere Milchbildung
Übersichtsarbeiten
Zusätzlich gibt es Übersichtsarbeiten, die mehrere Studien zusammenfassen und einen Gesamtüberblick über die Forschung geben.
Studientyp
Zentrale Aussagen
Review ( Oyovwi et al., 2025)
Hinweise auf mögliche Rolle bei Fruchtbarkeit und reproduktiver Gesundheit
Review (Banerjee et al., 2025)
Traditionelle Anwendung wird durch mechanistische Daten teilweise unterstützt
Präklinische Forschung (Labor- und Tierstudien)
Neben Studien am Menschen gibt es viele Untersuchungen im Labor oder an Tieren. Diese helfen dabei zu verstehen, wie bestimmte Inhaltsstoffe wirken könnten.
Nervensystem und mentale Prozesse
Einige Studien untersuchen mögliche Effekte auf das Nervensystem, etwa antioxidative Eigenschaften oder potenzielle Schutzmechanismen für Nervenzellen (Arora et al., 2011; Alok et al., 2013).
Immunsystem
Auch mögliche Zusammenhänge mit dem Immunsystem werden untersucht. Die bisherigen Ergebnisse stammen überwiegend aus präklinischen Studien (Singh et al., 2023).
Antimikrobielle Eigenschaften
Laborstudien haben zudem mögliche Effekte gegen bestimmte Mikroorganismen untersucht (Alok et al., 2013).
Einordnung der Studienlage
Insgesamt zeigen die bisherigen Studien erste interessante Ansätze, insbesondere im Bereich hormoneller Veränderungen und menopausaler Beschwerden.
Gleichzeitig ist die Datenlage noch begrenzt. Viele Ergebnisse stammen aus kleineren Studien oder aus Labor- und Tiermodellen.
Shatavari lässt sich daher derzeit am besten als Pflanze mit wachsendem wissenschaftlichem Interesse einordnen – mit ersten Hinweisen, aber noch ohne klare, allgemeingültige Aussagen.
Wie wird Shatavari eingenommen?
Kurz zusammengefasst:
Pulver:
traditionell verwendet
Dosierung: ca. 1–6 g täglich
Kapseln:
praktisch und geschmacksneutral
standardisierte Dosierung
Extrakte:
konzentrierte Wirkstoffe
Dosierung: ca. 100–300 mg täglich
Ein wichtiger Unterschied ist, dass die meisten klinischen Studien auf standardisierten Extrakten basieren, während Pulver eher in der traditionellen Anwendung genutzt wird und das vollständige Pflanzenprofil der Wurzel enthält. Extrakte werden dagegen häufiger gezielt und über einen begrenzten Zeitraum verwendet.
Neben der wissenschaftlichen Einordnung stellt sich in der Praxis vor allem die Frage, wie Shatavari tatsächlich angewendet wird. Shatavari (Asparagus racemosus) ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, vor allem als Pulver, Kapseln und standardisierte Extrakte. Welche Form gewählt wird, hängt vor allem von persönlichen Vorlieben, Alltagstauglichkeit und gewünschter Dosierbarkeit ab.
Pulver
Die traditionelle Form ist das Wurzelpulver. Es wird meist in warmem Wasser, Milch oder pflanzlichen Alternativen eingerührt und häufig in Getränke integriert.
Ein Vorteil ist der geringe Verarbeitungsgrad. Gleichzeitig kann der Geschmack als intensiv empfunden werden, was die regelmäßige Einnahme erschweren kann.
Kapseln
Kapseln bieten eine praktische und geschmacksneutrale Alternative. Sie ermöglichen eine einfache und standardisierte Dosierung und lassen sich gut in den Alltag integrieren.
Wichtig sind dabei die Qualität der Kapselhülle, zum Beispiel pflanzliche HPMC-Kapseln, sowie Herkunft und Verarbeitung des Rohstoffs.
Extrakte
Standardisierte Extrakte enthalten konzentrierte Pflanzenstoffe und werden in der Regel niedriger dosiert als Pulver.
Da sich Extrakte in Herstellung und Zusammensetzung unterscheiden, ist Transparenz zur Standardisierung wichtig. Häufig werden Extrakte mit ≥10 % Shatavarin-Saponinen als Orientierung für eine höhere Wirkstoffkonzentration verwendet.
Dosierung und Einnahme
Die empfohlene Menge hängt von der jeweiligen Darreichungsform ab. In Studien und traditioneller Anwendung werden typischerweise folgende Bereiche beschrieben.
Standardisierte Extrakte: etwa 100–300 mg pro Tag.
Spezifische Anwendungen, zum Beispiel in der Stillzeit: etwa 60–120 mg Extrakt, zweimal täglich.
Traditionelles Wurzelpulver im Ayurveda: etwa 2–6 g pro Tag.
Die Einnahme erfolgt meist verteilt über den Tag, traditionell häufig am Abend.
Wie lange dauert es, bis Shatavari wirkt?
Kurz zusammengefasst:
Studien: meist 6–8 Wochen
Stillzeit: teilweise schneller
Traditionell: langfristige Anwendung mit regelmäßigen Pausen
Individuelle Faktoren wie Stoffwechsel und Lebensstil spielen eine Rolle.
Der Wirkungseintritt von Shatavari lässt sich nicht pauschal bestimmen, da er von verschiedenen Faktoren abhängt – etwa von der individuellen Ausgangssituation, der Dosierung und der gewählten Darreichungsform.
In klinischen Studien werden häufig Einnahmezeiträume von etwa 6–8 Wochen mit standardisierten Extrakten untersucht, um mögliche Veränderungen unter kontrollierten Bedingungen zu erfassen (O’Leary et al., 2021).
In der Praxis wird Shatavari hingegen oft über 1–3 Monate angewendet, gefolgt von einer Pause. Auch in der traditionellen ayurvedischen Anwendung steht weniger ein kurzfristiger Effekt im Vordergrund, sondern eine regelmäßige und längerfristige Nutzung (Alok et al., 2013).
Für wen ist Shatavari interessant?
Shatavari wird sowohl traditionell als auch in der modernen Anwendung in unterschiedlichen Kontexten eingesetzt. Die Nutzung ist dabei nicht auf eine bestimmte Personengruppe beschränkt, sondern hängt vom jeweiligen Anwendungsbereich ab.
Frauen (Zyklus, Wechseljahre)
Traditionell wird Shatavari häufig im Zusammenhang mit dem weiblichen Körper beschrieben, insbesondere in verschiedenen Lebensphasen wie dem Menstruationszyklus oder den Wechseljahren (Alok et al., 2013).
Auch in der modernen Forschung wird die Pflanze in diesem Kontext untersucht, etwa im Zusammenhang mit hormonellen Prozessen und Veränderungen in der Peri- und Postmenopause. Die bisherige Datenlage ist jedoch begrenzt und erlaubt keine allgemeinen Aussagen (O’Leary et al., 2021).
Allgemeine Anwendung
Über die klassische Einordnung als „Frauenpflanze“ hinaus wird Shatavari auch unabhängig vom Geschlecht verwendet. Studien untersuchen verschiedene Aspekte, darunter körperliche Leistungsfähigkeit und allgemeine physiologische Prozesse (Brunton et al., 2024).
Zudem wird Shatavari in der Literatur im Zusammenhang mit sogenannten adaptogenen Konzepten diskutiert, also mit Anpassungsreaktionen des Körpers auf unterschiedliche Belastungen (Singh et al., 2023)
Nebenwirkungen und Hinweise
Shatavari gilt in der wissenschaftlichen Literatur als allgemein gut verträglich. Wie bei vielen pflanzlichen Produkten können jedoch in Einzelfällen unerwünschte Reaktionen auftreten.
Dazu zählen unter anderem leichte Magen-Darm-Beschwerden oder individuelle Unverträglichkeiten. Personen mit bekannten Allergien gegenüber Spargelgewächsen sollten vorsichtig sein, da Kreuzreaktionen möglich sind.
Auch mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten sollten berücksichtigt werden. Für bestimmte Personengruppen – etwa während Schwangerschaft oder Stillzeit – liegen bislang nur begrenzte Daten vor (BfR, 2025). In solchen Fällen wird empfohlen, die Anwendung vorab mit medizinischem Fachpersonal abzuklären.
Grundsätzlich gilt, die empfohlene Verzehrmenge nicht zu überschreiten und auf Qualität sowie Herkunft des Produkts zu achten.
Wissenschaftliche Einordnung
Die Forschung zu Shatavari entwickelt sich weiter. Neben ersten klinischen Studien liegen zahlreiche präklinische Untersuchungen vor, die mögliche biologische Zusammenhänge untersuchen (Singh et al., 2023).
Insgesamt zeigen die bisherigen Daten erste interessante Ansätze, insbesondere im Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen und menopausalen Beschwerden. Gleichzeitig ist die Studienlage noch nicht ausreichend, um klare oder allgemeingültige Aussagen zur Wirksamkeit zu treffen.
Wichtig ist zudem die Unterscheidung zwischen traditioneller Anwendung und moderner Forschung. Während Ayurveda einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, untersucht die Wissenschaft gezielt einzelne Inhaltsstoffe und mögliche Mechanismen.
Shatavari lässt sich daher am besten als traditionell verankerte Pflanze mit wachsendem wissenschaftlichem Interesse einordnen – mit ersten klinischen Hinweisen, aber noch begrenzter Evidenz.
Fazit
Shatavari (Asparagus racemosus) verbindet jahrhundertealte Tradition mit wachsendem wissenschaftlichem Interesse. Als Bestandteil der ayurvedischen Lehre wird die Pflanze seit Langem in unterschiedlichen Kontexten eingesetzt, während die moderne Forschung ihre Inhaltsstoffe und möglichen Wirkmechanismen zunehmend untersucht.
Die bisherige Studienlage liefert erste vielversprechende Ansätze – insbesondere im Zusammenhang mit hormonellen Prozessen und physiologischen Anpassungen – bleibt jedoch insgesamt noch begrenzt. Eine klare wissenschaftliche Einordnung entwickelt sich daher weiterhin.
Shatavari lässt sich somit am besten als traditionell verankerte Pflanze mit wachsender, aber noch nicht abgeschlossener Evidenz verstehen. Wie bei allen Nahrungsergänzungsmitteln gilt: Die Anwendung sollte individuell erfolgen und Teil eines ausgewogenen Lebensstils sein.
Studien und Quellen
Alok S, Jain SK, Verma A, Kumar M, Mahor A, Sabharwal M. Plant profile, phytochemistry and pharmacology of Asparagus racemosus (Shatavari): a review. Asian Pac J Trop Dis. 2013;3(3):242-251. DOI
Singh N, Tiwari R, Tiwari G, et al. Adaptogenic property of Asparagus racemosus: future trends and prospects. Biomed Pharmacother. 2023;161:114492. DOI
Kohli D, Champawat PS, Mudgal VD. Asparagus racemosus roots: nutritional profile, medicinal properties, preservation, and value addition. J Sci Food Agric. 2023;103(5):2239-2250. DOI
Guo Y, Qiu Y, Li Y, et al. Literature analysis on asparagus roots and review of its functional characterization. Front Nutr. 2023;10:1138685. DOI
O’Leary MF, Jackman SR, Hamer HM, et al. Shatavari supplementation in postmenopausal women improves handgrip strength and increases vastus lateralis myosin regulatory light chain phosphorylation but does not alter markers of bone turnover. Nutrients. 2021;13(12):4282. DOI
Sharma R, Jaitak V. Shatavari (Asparagus racemosus) targeting estrogen receptor α: a mechanistic study. Nat Prod Res. 2020;34(11):1571-1574. DOI
Mishra A, Shukla P. Clinical evaluation of Shatavari in female infertility. Int J Reprod Contracept Obstet Gynecol. 2016;5(9):3045-3048. DOI
Arora R, Sharma M, Shukla Y. Antioxidant activity of Asparagus racemosus roots. Pharmacognosy Res. 2011;3(4):242-246. DOI
Brunton G, et al. Shatavari supplementation improves upper-body strength in recreationally active men: a randomized controlled trial. Front Nutr. 2024;11:1498674. DOI
Meena S, et al. Effect of Asparagus racemosus supplementation on growth performance and nutrient utilization in lambs. Vet World. 2023;16(6):1456-1460. DOI
Bazzano AN, Hofer R, Thibeau S, et al. A review of herbal and pharmaceutical galactagogues for breast-feeding. Ochsner J. 2016;16(4):511-524. PubMed
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Risikobewertung von Pflanzen und pflanzlichen Zubereitungen. 2. ergänzte Auflage. 2012. PDF
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Bazzano AN, Hofer R, Thibeau S, et al. A review of herbal and pharmaceutical galactagogues for breast-feeding. Ochsner J. 2016;16(4):511-524. PubMed
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Risikobewertung von Pflanzen und pflanzlichen Zubereitungen. 2. ergänzte Auflage. 2012. PDF
2 Antworten
Bionutra
August 28, 2025
Liebe Frau Block,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Zum Newsletter: Sie können sich ganz einfach auf unserer Website anmelden und bekommen dann regelmäßig Neuigkeiten von uns.
Zur Dosierung:
Shatavari Pulver: ca. 3–5 g täglich
Ashwagandha Pulver: ebenfalls ca. 3–6 g täglich (https://bionutra.de/blogs/blog/ashwagandha-dosierung)
Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um allgemeine Empfehlungen handelt. Bei individuellen gesundheitlichen Fragen oder Unsicherheiten wenden Sie sich am besten an Ihren Arzt oder Heilpraktiker.
Herzliche Grüße aus Ihr Bionutra Team
Block, Sonja
August 28, 2025
Sehr geehrte Damen und Herren!
Gibt es bei ihnen einen Newsletter und Dosierung von Shatavari Pulver aus der gesamten Pflanze sowie von Ashwaganda Pulver?
Vielen Dank im voraus !
Herzlichen Gruß aus Thüringen!
Sonja Block
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Bionutra
August 28, 2025
Liebe Frau Block,
vielen Dank für Ihre Nachricht.
Zum Newsletter: Sie können sich ganz einfach auf unserer Website anmelden und bekommen dann regelmäßig Neuigkeiten von uns.
Zur Dosierung:
Shatavari Pulver: ca. 3–5 g täglich Ashwagandha Pulver: ebenfalls ca. 3–6 g täglich (https://bionutra.de/blogs/blog/ashwagandha-dosierung)Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um allgemeine Empfehlungen handelt. Bei individuellen gesundheitlichen Fragen oder Unsicherheiten wenden Sie sich am besten an Ihren Arzt oder Heilpraktiker.
Herzliche Grüße aus Ihr Bionutra Team