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  • Rote Bete – wie gesund ist diese heimische Wurzel wirklich?

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    Dünn geschnittene Rote-Bete-Scheiben im Gegenlicht – reich an Nitrat, Betalainen und Polyphenolen zur Unterstützung von Durchblutung, antioxidativem Schutz und allgemeinem WohlbefindenInhaltsverzeichnis

    Was ist Rote Bete?

    Botanische Einordnung (Beta vulgaris)

    Die Rote Bete gehört zur Pflanzenart Beta vulgaris aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Zu dieser Art zählen auch andere bekannte Kulturformen wie Mangold oder Zuckerrüben. Botanisch handelt es sich bei der Roten Bete nicht um eine klassische Wurzel, sondern um eine verdickte Speicherknolle, die sich aus Hypokotyl und Wurzelanteilen zusammensetzt.

    Charakteristisch ist die intensive rot-violette Färbung, die durch sogenannte Betalaine entsteht – wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, die in dieser Form nur in wenigen Pflanzen vorkommen. Die Rote Bete wird seit Jahrhunderten kultiviert und ist heute sowohl als Gemüse als auch in verarbeiteter Form weltweit verbreitet.

    Unterschied zwischen Knolle, Saft und Pulver

    Rote Bete wird in unterschiedlichen Formen konsumiert, die sich deutlich in Verarbeitung, Inhaltsstoffdichte und Anwendung unterscheiden:

    Frische Knolle: Enthält Wasser, Ballaststoffe, natürliche Zucker sowie sekundäre Pflanzenstoffe. Die Zusammensetzung hängt stark von Sorte, Anbau und Zubereitung ab.

    Rote-Bete-Saft: Konzentrierte Quelle für lösliche Inhaltsstoffe wie Nitrat und Betalaine. Ballaststoffe sind kaum enthalten, dafür ist die Bioverfügbarkeit einiger Substanzen höher.

    Rote-Bete-Pulver: Entsteht durch Trocknung und Vermahlung. Je nach Herstellungsverfahren können hitze- oder oxidationsempfindliche Stoffe teilweise reduziert sein, während Mineralstoffe weitgehend stabil bleiben.

    Diese Unterschiede sind relevant, wenn Studienergebnisse eingeordnet werden, da Forschung meist klar zwischen Saft, Extrakten oder ganzen Knollen unterscheidet.

    Kurzer Überblick zur Verwendung in Europa

    In Europa wird Rote Bete traditionell vor allem als gekochtes Gemüse, eingelegt oder fermentiert verzehrt. Klassische Zubereitungen finden sich unter anderem in der osteuropäischen Küche (z. B. Borschtsch) sowie in nord- und mitteleuropäischen Gerichten.

    Erst in den letzten zwei Jahrzehnten rückte Rote Bete verstärkt in den Fokus der Ernährungsforschung, insbesondere aufgrund ihres natürlichen Nitratgehalts. Parallel dazu nahm die Verwendung von Rote-Bete-Saft und -Pulver im Alltag und im sportlichen Kontext zu. Diese Entwicklung basiert weniger auf Tradition, sondern vor allem auf neuen biochemischen Erkenntnissen (Lidder & Webb 2013).

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    Nährstoffe der Roten Bete

    Die Rote Bete liefert eine Kombination aus Makro- und Mikronährstoffen sowie sekundären Pflanzenstoffen. Besonders relevant sind dabei Nitrat, Betalaine sowie ausgewählte Vitamine und Mineralstoffe. Die genaue Zusammensetzung variiert je nach Sorte, Anbau, Reifegrad und Verarbeitung.

    Nitrat – natürliche Quelle und Umwandlung im Körper

    Rote Bete zählt zu den nitratreichsten Gemüsesorten. Nitrat ist ein natürlicher Bestandteil vieler Pflanzen und entsteht durch den Stickstoffstoffwechsel im Boden. Im menschlichen Körper wird Nitrat nach der Aufnahme teilweise zu Nitrit und anschließend zu Stickstoffmonoxid (NO) umgewandelt.

    Dieser sogenannte Nitrat–Nitrit–NO-Weg ist besonders dann relevant, wenn die körpereigene NO-Synthese eingeschränkt ist, etwa bei niedriger Sauerstoffverfügbarkeit. Studien zeigen, dass Nitrat aus pflanzlichen Quellen – im Gegensatz zu isolierten Zusatzstoffen – in einen komplexen physiologischen Kontext eingebettet ist (Lundberg et al. 2008; Kapil et al. 2015).

    Der Nitratgehalt von Roter Bete kann stark schwanken und liegt typischerweise im Bereich von etwa 1.000–2.500 mg pro Kilogramm Frischgewicht (Santamaria 2006).

    Betalaine (Betanin & Co.) – sekundäre Pflanzenstoffe

    Betalaine sind charakteristische Farbstoffe der Roten Bete und verantwortlich für ihre intensive rote bis violette Farbe. Chemisch werden sie in Betacyanine (rot-violett, z. B. Betanin) und Betaxanthine (gelblich) unterteilt.

    Diese sekundären Pflanzenstoffe zeigen in experimentellen Studien antioxidative Eigenschaften und können an der Neutralisierung reaktiver Sauerstoffspezies beteiligt sein. Betalaine sind hitze- und lichtempfindlich, weshalb ihr Gehalt durch Kochen oder industrielle Verarbeitung teilweise sinken kann (Clifford et al. 2015).

    Im Vergleich zu Polyphenolen kommen Betalaine nur in wenigen Pflanzenfamilien vor, was die Rote Bete aus phytochemischer Sicht besonders macht.

    Vitamine & Mineralstoffe (Folat, Kalium, Eisen)

    Rote Bete liefert mehrere Mikronährstoffe in moderaten Mengen:

    Folat (Vitamin B9): Bete enthält natürliches Folat, das an Zellteilungsprozessen und der normalen Blutbildung beteiligt ist.

    Kalium: Wichtig für den Elektrolythaushalt und die normale Funktion von Muskeln und Nervenzellen.

    Eisen: Pflanzliches Nicht-Häm-Eisen, dessen Aufnahme durch Vitamin-C-reiche Lebensmittel verbessert werden kann.

    Daneben sind kleinere Mengen an Vitamin C, Magnesium und Mangan enthalten. Die absolute Menge dieser Mikronährstoffe ist nicht außergewöhnlich hoch, die Kombination im Gesamtlebensmittel ist jedoch ernährungsphysiologisch relevant (USDA 2023).

    Kalorien & Makronährstoffe im Überblick

    Rote Bete ist ein energiearmes Lebensmittel. Frische Knollen bestehen zu rund 85–90 % aus Wasser.

    Typische Werte pro 100 g roh:

    Energie: ca. 40–45 kcal

    Kohlenhydrate: 8–10 g (davon ein Teil natürlicher Zucker)

    Ballaststoffe: ca. 2–3 g

    Eiweiß: ca. 1–2 g

    Fett: vernachlässigbar

    Durch Verarbeitung zu Saft oder Pulver verschiebt sich dieses Profil deutlich: Ballaststoffe gehen teilweise verloren, während lösliche Inhaltsstoffe konzentrierter vorliegen.

    Infografik zur Rote-Bete-Wirkung – zeigt Nährstoffe wie Kalium, Folat, Betalaine und deren Rolle für Durchblutung, Zellstoffwechsel und antioxidativen Schutz

    Rote Bete – Wirkung im Körper (wissenschaftliche Einordnung)

    Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Roten Bete konzentriert sich vor allem auf ihre Inhaltsstoffe Nitrat und Betalaine sowie deren biochemische Wechselwirkungen im Körper. Wichtig ist dabei eine sachliche Einordnung: Viele Effekte stammen aus kontrollierten Studien, lassen sich jedoch nicht pauschal auf den Alltag übertragen.

    Durchblutung & Stickstoffmonoxid (NO-Stoffwechsel)

    Der am besten untersuchte Wirkmechanismus der Roten Bete betrifft den Nitrat–Nitrit–NO-Stoffwechsel. Nach dem Verzehr wird Nitrat teilweise über den Speichelkreislauf zu Nitrit reduziert und anschließend im Körper zu Stickstoffmonoxid (NO) umgewandelt.

    Stickstoffmonoxid ist ein körpereigenes Signalmolekül, das unter anderem an der Regulation der Gefäßweite beteiligt ist. Anders als die enzymatische NO-Bildung (über die NO-Synthase) funktioniert dieser alternative Weg auch unabhängig von Sauerstoffverfügbarkeit (Lundberg & Weitzberg 2009).

    Studien zeigen, dass nitratreiche Lebensmittel wie Rote Bete messbare Veränderungen in NO-Markern bewirken können. Diese Effekte wurden sowohl bei gesunden Erwachsenen als auch in älteren Bevölkerungsgruppen untersucht (Kapil et al. 2015). Die Ergebnisse werden in der Forschung vorsichtig interpretiert, da individuelle Unterschiede im Mundmikrobiom und Stoffwechsel eine große Rolle spielen.

    Oxidativer Stress & antioxidative Prozesse

    Oxidativer Stress entsteht, wenn das Gleichgewicht zwischen freien Radikalen und antioxidativen Schutzmechanismen gestört ist. Die Betalaine der Roten Bete zeigen in Zell- und Tiermodellen antioxidative Eigenschaften, indem sie reaktive Sauerstoffspezies binden können.

    In Humanstudien wird häufig ein Zusammenhang zwischen Rote-Bete-Konsum und Veränderungen bestimmter oxidativer Marker untersucht. Dabei stehen weniger akute Effekte im Vordergrund, sondern längerfristige Anpassungen des antioxidativen Systems (Clifford et al. 2015).

    Es ist wichtig zu betonen, dass antioxidative Effekte nicht isoliert betrachtet werden sollten, sondern immer im Kontext der gesamten Ernährung stehen.

    Zellschutz & entzündungsbezogene Signalwege

    Neben antioxidativen Prozessen werden auch entzündungsbezogene Signalwege untersucht. Betalaine und andere sekundäre Pflanzenstoffe der Roten Bete stehen im Verdacht, mit bestimmten zellulären Regulationsmechanismen zu interagieren, etwa über NF-κB-abhängige Signalwege.

    Die bisherige Datenlage stammt überwiegend aus präklinischen Studien. Erste Humanstudien deuten darauf hin, dass Rote Bete Einfluss auf einzelne Entzündungsmarker nehmen kann, ohne dass daraus direkte gesundheitliche Aussagen abgeleitet werden dürfen (Kujawska & Jodynis-Liebert 2018).

    Rote Bete und körperliche Leistungsfähigkeit

    Ein weiterer Forschungsschwerpunkt betrifft die Rolle von Rote-Bete-Nitrat im Kontext körperlicher Belastung. Mehrere kontrollierte Studien untersuchten, ob nitratreiche Rote-Bete-Produkte Parameter wie Sauerstoffeffizienz oder Belastungstoleranz beeinflussen.

    Einige Arbeiten berichten über eine verbesserte Effizienz bei submaximaler Belastung, insbesondere bei Ausdaueraktivitäten (Jones et al. 2018). Andere Studien zeigen hingegen keine oder nur geringe Effekte, abhängig von Trainingszustand, Dosierung und Studiendesign.

    Aus wissenschaftlicher Sicht gilt: Die Ergebnisse sind heterogen, und Effekte lassen sich nicht verallgemeinern. Die Forschung bewertet Rote Bete daher als interessanten, aber nicht eindeutig wirksamen Faktor im Bereich körperlicher Leistungsfähigkeit.

    Rote Bete für bestimmte Zielgruppen

    Die Zusammensetzung der Roten Bete macht sie für verschiedene Bevölkerungsgruppen interessant. Dabei unterscheiden sich Motivation und wissenschaftliche Fragestellungen je nach Lebensstil, Ernährungsform und Belastung deutlich. Wichtig ist auch hier eine nüchterne Betrachtung der Studienlage.

    Rote Bete im Sport – was Studien zeigen

    Im sportwissenschaftlichen Kontext wird Rote Bete vor allem wegen ihres Nitratgehalts untersucht. Der Fokus liegt dabei auf möglichen Veränderungen der Sauerstoffökonomie, der Ermüdungswahrnehmung und der muskulären Effizienz.

    Studien deuten darauf hin, dass nitratreiche Rote-Bete-Produkte vor allem bei Freizeit- und moderat trainierten Personen Effekte zeigen können, während diese bei gut trainierten Athletinnen und Athleten oft geringer oder nicht nachweisbar sind (Jones et al. 2018). Erklärt wird dies unter anderem durch bereits gut angepasste NO-Systeme bei Hochtrainierten.

    Untersucht wurden überwiegend kurzfristige Interventionen mit Rote-Bete-Saft oder -Konzentraten. Langfristige Daten zur regelmäßigen Aufnahme im Alltag sind bislang begrenzt. Entsprechend vorsichtig fällt die Bewertung aus der Sicht der Sporternährung aus.

    Rote Bete im Alltag & bei einseitiger Ernährung

    Abseits des Sports kann Rote Bete einen Beitrag zur pflanzenbasierten Vielfalt leisten. Sie liefert natürliche Nitrate, Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe, die in stark verarbeiteten Lebensmitteln häufig fehlen.

    Bei einseitiger Ernährung mit geringem Gemüseanteil kann Rote Bete helfen, bestimmte Mikronährstoffe wie Folat oder Kalium in moderaten Mengen aufzunehmen. Entscheidend ist jedoch nicht ein einzelnes Lebensmittel, sondern die Gesamtheit der Ernährungsweise.

    Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht wird Rote Bete daher eher als ergänzendes Gemüse eingeordnet und nicht als funktionelles Einzelprodukt.

    Rote Bete für Vegetarier & Veganer

    Für vegetarisch oder vegan lebende Menschen ist Rote Bete aus mehreren Gründen relevant:

    • Sie liefert pflanzliches Nicht-Häm-Eisen, das zur Eisenversorgung beitragen kann.
    • Der Folatgehalt unterstützt die Versorgung mit Vitamin B9, das in pflanzenbetonten Ernährungsformen eine wichtige Rolle spielt.
    • Kalium und sekundäre Pflanzenstoffe ergänzen das typische Mikronährstoffprofil pflanzlicher Kost.

    Dabei ist zu beachten, dass die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Quellen variabel ist und von Begleitfaktoren wie Vitamin C oder Phytaten beeinflusst wird. Rote Bete allein stellt daher keine Lösung für einen erhöhten Eisenbedarf dar, kann aber Teil eines ausgewogenen Gesamtkonzepts sein (Hunt 2003).

    Einnahme & Anwendung von Roter Bete

    Rote Bete kann in unterschiedlichen Formen in die Ernährung integriert werden. Die Wahl der Zubereitungsart beeinflusst sowohl den Gehalt einzelner Inhaltsstoffe als auch deren Bioverfügbarkeit. In Studien wird daher klar zwischen Rohform, verarbeiteten Lebensmitteln und konzentrierten Produkten unterschieden.

    Rote Bete roh, gekocht oder fermentiert?

    Rohe Rote Bete enthält das vollständige Spektrum hitzeempfindlicher Inhaltsstoffe, darunter Betalaine und Vitamin C. Allerdings ist sie roh für manche Menschen schwer verdaulich.

    Gekochte Rote Bete ist in Europa die gebräuchlichste Form. Durch Hitzeeinwirkung können Betalaine teilweise abgebaut werden, während Mineralstoffe und Nitrat vergleichsweise stabil bleiben. Das Garen verbessert die Verträglichkeit und macht Zellstrukturen besser zugänglich.

    Fermentierte Rote Bete (z. B. als Sauergemüse) wird zunehmend untersucht. Fermentationsprozesse können die Bioverfügbarkeit einzelner Nährstoffe verändern und führen zur Bildung organischer Säuren. Wissenschaftliche Daten speziell zur fermentierten Roten Bete sind bislang jedoch begrenzt.

    Saft vs. Pulver vs. Kapseln – Unterschiede

    In der Forschung werden häufig standardisierte Produkte verwendet, um Inhaltsstoffe vergleichbar zu machen:

    Rote-Bete-Saft: Liefert gut verfügbare Nitrate und Betalaine. Ballaststoffe sind kaum enthalten. In Studien wird meist Saft oder Saftkonzentrat eingesetzt.

    Rote-Bete-Pulver: Enthält getrocknete Rote Bete in konzentrierter Form. Der Gehalt an Nitrat und Betalainen hängt stark vom Herstellungsverfahren ab.

    Kapseln oder Extrakte: Ermöglichen eine standardisierte Aufnahme bestimmter Inhaltsstoffe, werden jedoch seltener in unabhängigen Humanstudien untersucht.

    Aus wissenschaftlicher Sicht sind Ergebnisse nicht ohne Weiteres zwischen diesen Formen übertragbar. Die Wirkung eines Saftes lässt sich nicht automatisch auf Pulver oder Kapseln beziehen (Clifford et al. 2015).

    Typische Mengen aus Studien (ohne Dosierungsempfehlung)

    In Humanstudien zur Roten Bete werden unterschiedliche Mengen eingesetzt, abhängig vom Untersuchungsziel:

    • Rote-Bete-Saft: häufig 250–500 ml pro Tag
    • Nitratmenge: meist im Bereich von etwa 300–600 mg Nitrat
    • Kurzzeitstudien: Einnahme über wenige Tage
    • Langzeitstudien: bislang selten und methodisch uneinheitlich

    Diese Angaben dienen ausschließlich der Einordnung der Studienlage und stellen keine Verzehr- oder Dosierungsempfehlung dar. Im Alltag liegt die Aufnahme über Gemüse in der Regel deutlich darunter.

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    Verträglichkeit & mögliche Nebenwirkungen

    Rote Bete gilt allgemein als gut verträgliches Lebensmittel. Dennoch können – abhängig von individueller Sensitivität, Verzehrmenge und Stoffwechsel – bestimmte Begleiterscheinungen auftreten. Diese sind in der Regel harmlos, sollten aber eingeordnet werden.

    Rote Färbung von Urin & Stuhl (Beeturie)

    Eine bekannte und häufige Beobachtung nach dem Verzehr von Roter Bete ist die rötliche Verfärbung von Urin oder Stuhl, auch als Beeturie bezeichnet. Diese Erscheinung entsteht durch die Ausscheidung von Betalainen, insbesondere Betanin, die bei manchen Menschen nicht vollständig abgebaut werden.

    Schätzungen zufolge tritt Beeturie bei etwa 10–20 % der Bevölkerung auf. Sie ist gesundheitlich unbedenklich und hängt unter anderem vom Säuregrad des Magens, der Darmflora sowie genetischen Faktoren ab (Eastwood & Nyhlin 1995).

    Oxalate – für wen relevant?

    Rote Bete enthält Oxalate, natürliche Pflanzenstoffe, die im Körper mit Calcium Komplexe bilden können. Für gesunde Menschen ist der Oxalatgehalt in üblichen Mengen unproblematisch.

    Personen mit einer Neigung zu Calciumoxalat-Nierensteinen wird jedoch häufig geraten, oxalatreiche Lebensmittel bewusst zu moderieren. In solchen Fällen sollte die individuelle Ernährung mit medizinischem Fachpersonal abgestimmt werden.

    Wechselwirkungen & individuelle Unterschiede

    Individuelle Reaktionen auf Rote Bete können variieren. Einflussfaktoren sind unter anderem:

    • Zusammensetzung der Mund- und Darmflora (relevant für Nitratumwandlung)
    • Gleichzeitiger Verzehr anderer Lebensmittel
    • Bestehende Stoffwechsel- oder Nierenerkrankungen

    Zudem kann der Nitratstoffwechsel durch antibakterielle Mundspülungen beeinflusst werden, da diese nitratreduzierende Bakterien im Mundraum reduzieren können (Govoni et al. 2008).

    Insgesamt sind ernsthafte Nebenwirkungen bei normalem Verzehr selten dokumentiert.

    Fazit – Rote Bete sachlich eingeordnet

    Rote Bete ist ein nährstoffreiches Gemüse mit einer gut untersuchten Zusammensetzung. Besonders der natürliche Nitratgehalt sowie die enthaltenen Betalaine stehen im Fokus der Forschung. Studien zeigen, dass diese Inhaltsstoffe im Körper an verschiedenen physiologischen Prozessen beteiligt sein können, etwa im Stickstoffmonoxid-Stoffwechsel oder im antioxidativen Gleichgewicht.

    Gleichzeitig macht die wissenschaftliche Datenlage deutlich, dass Effekte kontextabhängig sind. Ergebnisse aus kontrollierten Studien lassen sich nicht pauschal auf den Alltag übertragen, da individuelle Faktoren wie Ernährung, Trainingszustand, Mikrobiom und Verarbeitungsform eine große Rolle spielen.

    Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist Rote Bete kein „Wundermittel“, sondern ein sinnvolles Bestandteil einer abwechslungsreichen, pflanzenbetonten Ernährung. Ihre Stärke liegt weniger in isolierten Wirkungen als in der Kombination natürlicher Inhaltsstoffe innerhalb eines vollwertigen Lebensmittels.

    Häufige Fragen zu Roter Bete (FAQ)

    Wie gesund ist Rote Bete wirklich?

    Rote Bete liefert Nitrat, Betalaine, Ballaststoffe sowie ausgewählte Mikronährstoffe. Sie gilt als nährstoffreiches Gemüse, dessen Wirkung immer im Gesamtkontext der Ernährung zu betrachten ist.

    Welche Wirkung hat Rote Bete auf den Körper?

    Untersucht werden vor allem Effekte auf den NO-Stoffwechsel, antioxidative Prozesse und entzündungsbezogene Signalwege. Die Ergebnisse variieren je nach Studiendesign und Personengruppe.

    Ist Rote Bete gut für den Blutdruck?

    Studien zeigen Zusammenhänge zwischen nitratreicher Ernährung und Veränderungen der Gefäßfunktion. Daraus lassen sich jedoch keine pauschalen Aussagen oder Empfehlungen ableiten.

    Wie oft sollte man Rote Bete essen?

    Es gibt keine allgemeingültige Häufigkeit. Rote Bete kann regelmäßig als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung verzehrt werden.

    Ist Rote Bete roh oder gekocht gesünder?

    Roh enthält sie mehr hitzeempfindliche Stoffe, gekocht ist sie oft besser verträglich. Beide Formen haben ernährungsphysiologisch ihre Berechtigung.

    Hat Rote Bete Nebenwirkungen?

    In der Regel ist sie gut verträglich. Möglich sind Beeturie oder – bei empfindlichen Personen – Reaktionen auf Oxalate.

    Warum färbt Rote Bete den Urin rot?

    Die rote Farbe stammt von Betalainen, die bei manchen Menschen unverändert ausgeschieden werden. Das ist harmlos.

    Ist Rote Bete gut für Sportler?

    Im Sportkontext wird vor allem der Nitratgehalt untersucht. Effekte zeigen sich eher bei moderat Trainierten als bei Hochleistungssportlern.

    Wie viel Nitrat ist in Roter Bete enthalten?

    Der Gehalt schwankt stark und liegt typischerweise zwischen etwa 1.000 und 2.500 mg pro Kilogramm Frischgewicht.

    Ist Rote Bete für jeden geeignet?

    Für gesunde Menschen ja. Personen mit bestimmten Vorerkrankungen (z. B. Neigung zu Nierensteinen) sollten den Verzehr individuell abstimmen.

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