ehemaliger Biochemiker der Charité Berlin und ganzheitlicher Ernährungsberater, gründete Bionutra, um natürliche Mikronährstoffe aus hochwertigen Superfoods und Heilpflanzen für alle einfacher zugänglich zu machen.
Einleitung
Shatavari (Asparagus racemosus) wird heute in verschiedenen Formen als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Dazu zählen vor allem Pulver, Kapseln und Extrakte. Während die Pflanze in der ayurvedischen Tradition seit Jahrhunderten verwendet wird, stellt sich im modernen Alltag vor allem die Frage nach der richtigen Einnahmeform und Dosierung.
Je nach Produkt unterscheiden sich Verarbeitung, Konzentration und praktische Anwendung. Auch wissenschaftliche Studien verwenden unterschiedliche Darreichungsformen, was die Einordnung zusätzlich erschwert.
Dieser Artikel gibt einen Überblick über die gängigen Formen von Shatavari sowie typische Dosierungen und Hinweise zur Einnahme im Alltag.
Wenn Sie häufige Fragen zu Shatavari haben, finden Sie Antworten in unserem Beitrag Shatavari FAQ.
Welche Formen von Shatavari gibt es?
Shatavari ist heute in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich. Die Unterschiede betreffen vor allem den Verarbeitungsgrad, die Konzentration der Inhaltsstoffe und die praktische Anwendung im Alltag.
Pulver
Das Shatavari-Pulver wird aus der getrockneten und fein vermahlenen Wurzel hergestellt. Diese Form entspricht am ehesten der traditionellen Anwendung im Ayurveda (Alok et al., 2013).
Das Pulver kann in Wasser, Milch oder pflanzliche Alternativen eingerührt werden. In der ayurvedischen Praxis wird es häufig in warme Getränke integriert.
Ein Vorteil dieser Form ist, dass sie minimal verarbeitet ist und die gesamte Bandbreite der natürlichen Pflanzenstoffe enthält. Gleichzeitig kann der Geschmack als intensiv oder leicht bitter wahrgenommen werden, was die regelmäßige Einnahme für manche erschwert.
Da es sich um ein Naturprodukt handelt, kann die Konzentration der Inhaltsstoffe variieren, abhängig von Herkunft und Qualität der Rohstoffe.
Kapseln
Kapseln stellen eine moderne und besonders praktische Form der Einnahme dar. Dabei wird entweder Pulver oder ein Extrakt in eine Kapselhülle abgefüllt, häufig aus pflanzlicher Zellulose (HPMC).
Der größte Vorteil liegt in der einfachen Anwendung und der genau dosierbaren Menge. Zudem sind Kapseln geschmacksneutral, was für viele Anwender angenehmer ist.
Je nach Produkt enthalten Kapseln entweder reines Wurzelpulver oder standardisierte Extrakte. Daher lohnt sich ein Blick auf die Zusammensetzung und Dosierung pro Tagesportion.
Auch in wissenschaftlichen Studien werden häufig Kapseln verwendet, da sie eine kontrollierbare und reproduzierbare Dosierung ermöglichen (O’Leary et al., 2021).
Extrakt
Shatavari-Extrakte werden durch spezielle Verfahren hergestellt, bei denen bestimmte Pflanzenstoffe gezielt konzentriert werden. Dabei kommen häufig Wasser- oder alkoholbasierte Extraktionsmethoden zum Einsatz.
Extrakte können einen höheren Gehalt an ausgewählten Inhaltsstoffen, wie z. B. Saponinen, aufweisen. Gleichzeitig hängt ihre Qualität stark von der Herstellung und Standardisierung ab.
Ein Vorteil ist, dass geringere Mengen benötigt werden, um eine vergleichbare Wirkstoffaufnahme zu erreichen.
Allerdings sind Extrakte nicht direkt mit traditionellem Wurzelpulver vergleichbar, da sich das Verhältnis der Inhaltsstoffe verändern kann (Singh et al., 2023).
Tee
Shatavari kann auch als Tee oder Aufguss zubereitet werden, meist auf Basis von Wurzelpulver oder grob geschnittener Wurzel.
Für die Zubereitung wird Shatavari in heißem Wasser aufgegossen oder kurz gekocht. In der Praxis wird der Tee häufig mit Milch oder pflanzlichen Alternativen kombiniert, um den Geschmack milder zu machen.
Diese Form entspricht einer sanften und traditionellen Anwendung, ist jedoch in Bezug auf die Wirkstoffaufnahme weniger standardisiert. Ein Teil der Inhaltsstoffe kann beim Aufguss nur begrenzt extrahiert werden, insbesondere im Vergleich zu konzentrierten Extrakten.
Der Vorteil liegt vor allem in der einfachen Integration in den Alltag und der Verwendung als warmes Getränk, während die Dosierung weniger genau kontrollierbar ist.
Orale Tropfen (flüssiger Extrakt)
Shatavari ist auch in Form von oralen Tropfen erhältlich. Dabei handelt es sich um flüssige Extrakte, die meist auf Wasser- oder Alkoholbasis hergestellt werden.
Die Tropfen werden direkt eingenommen oder in Wasser verdünnt. Ein Vorteil dieser Form ist die flexible Dosierung, da die Menge individuell angepasst werden kann. Zudem werden flüssige Präparate häufig als schnell verfügbar wahrgenommen, da sie bereits gelöst vorliegen.
Ähnlich wie bei anderen Extrakten hängt die Qualität stark von der Herstellung, Konzentration und Standardisierung ab. Die genaue Menge an Wirkstoffen kann je nach Produkt variieren.
Im Vergleich zu Kapseln oder standardisierten Extrakten ist die Dosierung bei Tropfen oft weniger einheitlich, weshalb die Angaben des Herstellers besonders wichtig sind.
Typische Dosierungen in Studien
Die Dosierung von Shatavari variiert je nach Studie, Produktform und Anwendungsbereich. Einheitliche Empfehlungen existieren derzeit nicht, da sich die eingesetzten Präparate in ihrer Zusammensetzung und Standardisierung unterscheiden.
In der traditionellen Anwendung werden häufig etwa 3–6 g Wurzelpulver pro Tag verwendet (Alok et al., 2013).
Neuere klinische Studien mit standardisierten Extrakten verwenden in der Regel deutlich geringere Mengen. In randomisierten kontrollierten Studien aus den Jahren 2024–2026 wurden typischerweise Dosierungen von etwa 250–500 mg Extrakt pro Tag eingesetzt, meist über Zeiträume von 6 bis 12 Wochen. Diese Studien untersuchten unter anderem Effekte auf menopausale Beschwerden, hormonbezogene Parameter sowie allgemeines Wohlbefinden (Gudise et al., 2024; Sharma et al., 2025; Gupta et al., 2026).
In spezifischen Anwendungsbereichen können die Dosierungen variieren. Beispielsweise wurden in Studien zur Stillzeit teilweise niedrigere, dafür mehrfach tägliche Dosierungen verwendet, um kurzfristige Effekte zu untersuchen (Ajgaonkar et al., 2025).
Wichtig ist, dass sich diese Dosierungen nicht direkt auf alle Produkte übertragen lassen. Unterschiedliche Extrakte, Herstellungsverfahren und Wirkstoffkonzentrationen können dazu führen, dass die tatsächlich benötigte Menge variiert.
Ein fester Einnahmezeitpunkt für Shatavari ist wissenschaftlich nicht eindeutig festgelegt. In klinischen Studien wird die Einnahme in der Regel täglich über mehrere Wochen (ca. 6–12 Wochen) durchgeführt, ohne dass ein spezifischer Zeitpunkt im Tagesverlauf entscheidend ist (Gudise et al., 2024; Ajgaonkar et al., 2025).
In der traditionellen ayurvedischen Anwendung wird Shatavari häufig in den Abendstunden, oft in Kombination mit warmen Getränken wie Milch, eingenommen (Alok et al., 2013).
In der modernen Anwendung kann die Einnahme flexibel erfolgen. Häufig wird empfohlen, Shatavari:
zu den Mahlzeiten einzunehmen (zur besseren Verträglichkeit)
oder zu festen Tageszeiten, um eine regelmäßige Routine zu unterstützen
Da Nahrungsergänzungsmittel individuell unterschiedlich wahrgenommen werden, kann es sinnvoll sein, die Einnahmezeit an die persönliche Verträglichkeit anzupassen.
Wie lange kann Shatavari eingenommen werden?
Die Dauer der Einnahme von Shatavari hängt vom Anwendungsziel und individuellen Faktoren ab. In aktuellen klinischen Studien wird Shatavari meist über einen Zeitraum von etwa 6 bis 8 Wochen täglich eingenommen. In diesen Studien wurden unter anderem Effekte auf menopausale Beschwerden, hormonbezogene Parameter und das allgemeine Wohlbefinden untersucht (Gudise et al., 2024; Ajgaonkar et al., 2025).
Für eine längerfristige Anwendung liegen derzeit nur begrenzte wissenschaftliche Daten vor. Daher wird häufig empfohlen, Shatavari:
über mehrere Wochen einzunehmen
anschließend eine Pause einzulegen
und die Anwendung individuell zu bewerten
In der traditionellen ayurvedischen Praxis wird Shatavari teilweise über längere Zeiträume verwendet, jedoch oft in Kombination mit Pausen oder Anpassungen.
Wie sollte man Shatavari einnehmen?
Mit Milch, Wasser oder anderen Kräutern?
Die Art der Einnahme hängt stark davon ab, ob man sich an der traditionellen Anwendung oder an der modernen, studienbasierten Anwendung orientiert.
1. Traditionelle Einnahme (Ayurveda)
Im Ayurveda wird Shatavari häufig:
mit warmer Milch
oder pflanzlichen Alternativen
teilweise in Kombination mit anderen Kräutern
eingenommen (Alok et al., 2013).
Milch wird traditionell als „Trägerstoff“ betrachtet, der die Aufnahme bestimmter Pflanzenstoffe unterstützen und die Verträglichkeit verbessern kann.
Diese Form wird vor allem im Zusammenhang mit:
Regeneration
allgemeinem Wohlbefinden
und weiblicher Balance
verwendet.
2. Moderne Einnahme (wissenschaftlich orientiert)
In klinischen Studien wird Shatavari meist:
als standardisierter Extrakt
in Kapselform
einmal oder zweimal täglich
eingenommen.
Der Zeitpunkt (z. B. morgens oder abends) spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Wichtiger ist eine regelmäßige tägliche Einnahme über mehrere Wochen.
3. Kombination mit anderen Kräutern
In der Praxis wird Shatavari häufig mit anderen Pflanzen kombiniert, insbesondere mit:
Ashwagandha (für Stress und Wohlbefinden)
Einige neuere Studien deuten darauf hin, dass solche Kombinationen bei menopausalen Beschwerden verstärkte Effekte zeigen können, allerdings ist die Datenlage hierzu noch begrenzt.
Fazit
Shatavari wird in Studien meist über 6–8 Wochen eingenommen und zeigt in diesem Zeitraum erste Effekte. Die Einnahme kann flexibel erfolgen, wobei in der traditionellen Anwendung häufig Milch verwendet wird, während moderne Studien vor allem standardisierte Extrakte nutzen.
Ob als Pulver, Kapsel oder in Kombination mit anderen Kräutern – entscheidend ist eine regelmäßige und individuell angepasste Anwendung.
Studien und Quellen
Alok S, Jain SK, Verma A, Kumar M, Mahor A, Sabharwal M. Plant profile, phytochemistry and pharmacology of Asparagus racemosus (Shatavari): a review. Asian Pac J Trop Dis. 2013;3(3):242-251. DOI
Singh N, Tiwari R, Tiwari G, et al. Adaptogenic property of Asparagus racemosus: future trends and prospects. Biomed Pharmacother. 2023;161:114492. DOI
O’Leary MF, Jackman SR, Hamer HM, et al. Shatavari supplementation in postmenopausal women improves handgrip strength and increases vastus lateralis myosin regulatory light chain phosphorylation but does not alter markers of bone turnover. Nutrients. 2021;13(12):4282. DOI
Sharma R, Jaitak V. Shatavari (Asparagus racemosus) targeting estrogen receptor α: a mechanistic study. Nat Prod Res. 2020;34(11):1571-1574. DOI
Mishra A, Shukla P. Clinical evaluation of Shatavari in female infertility. Int J Reprod Contracept Obstet Gynecol. 2016;5(9):3045-3048. DOI
Ajgaonkar A, Debnath T, Bhatnagar S, et al. Shatavari (Asparagus racemosus) root extract for postpartum lactation: a randomized, double-blind, placebo-controlled study. J Obstet Gynaecol. 2025;45(1):2564168. DOI
Gudise VS, Dasari MP, Kuricheti SSK. Efficacy and safety of Shatavari root extract for the management of menopausal symptoms: a double-blind, multicenter randomized controlled trial. Cureus. 2024;16(4):e57879. DOI
Mahajan S, Avad P, Langade J. Efficacy and safety of Shatavari (Asparagus racemosus) root extract for perimenopause: a randomized, double-blind, placebo-controlled study. Int J Womens Health. 2025;17:4057-4073. DOI
Yadav P, Yadav S, Vedururu SS, Kumari G. A standardized Asparagus racemosus root extract improves hormonal balance and menstrual health and reduces vasomotor symptoms in perimenopausal women: a randomized, double-blind, placebo-controlled study. J Am Nutr Assoc. 2025;44(8):754-764. DOI
Schreiben Sie einen Kommentar
Kommentare werden vor der Veröffentlichung genehmigt.