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  • Mariendistel – Traditionelle Heilpflanze für die Leber

    Oktober 29, 2024 8 min lesen.

    Mariendistel enthält Verbindungen wie Silymarin und Silybin, die die Leber schützen und regenerieren können. Diese Pflanze wird zur Unterstützung der Lebergesundheit eingesetzt, insbesondere bei Lebererkrankungen wie Fettleber, Leberzirrhose oder Toxinbelastung. Mariendistel wird üblicherweise in Kapseln oder Teeform eingenommen, auch für therapeutische Zwecke.

    mariendistel
    Inhaltsverzeichnis

    1. Mariendistel - kurz erklärt

    Die Mariendistel (Silybum marianum) stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, ist aber heute in vielen Teilen der Welt zu finden, darunter Südeuropa, Nordafrika, Asien und Nordamerika. Sie bevorzugt sonnige Standorte und wächst in trockenen, sandigen oder steinigen Böden.

    Verwendet werden hauptsächlich die Samen der Mariendistel, da sie die höchste Konzentration der bioaktiven Verbindungen Silymarin und Silybin enthalten. Diese Samen werden zu Silymarin-Extrakten, Pulvern oder Ölen verarbeitet, die in Nahrungsergänzungsmitteln und pflanzlichen Heilmitteln zum Einsatz kommen. Auch Blätter und Wurzeln finden gelegentlich in der traditionellen Medizin Verwendung, jedoch seltener.

    Die Vorteile der Mariendistel für die Gesundheit, insbesondere für die Leber, sind bemerkenswert. Sie hilft bei der Behandlung und Vorbeugung verschiedener Lebererkrankungen, einschließlich Leberzirrhose, Fettleber und Leberschäden durch Alkohol oder andere Toxine. Silymarin unterstützt die Leberfunktion, indem es die Bildung von Glutathion fördert, ein wichtiges Antioxidans, das hilft, die Leber vor Schäden zu schützen.

    Die Anwendung von Mariendistel kann in verschiedenen Formen erfolgen, darunter Kapseln, Tabletten, Pulver oder Tee. Die übliche Dosierung von Mariendistel-Extrakt liegt typischerweise zwischen 200 und 400 mg, zwei- bis dreimal täglich. Es ist ratsam, die Einnahme mit einem Arzt oder einem Gesundheitsdienstleister zu besprechen, insbesondere wenn es um die Behandlung spezifischer Erkrankungen geht.

    Bei der Verwendung von Mariendistel sind einige Punkte zu beachten. Obwohl es im Allgemeinen gut verträglich ist, können gelegentlich leichte Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden auftreten. Personen mit Allergien gegen Korbblütler sollten Mariendistel vermeiden.

    2. Mariendistel Wirkstoffe: Silymarin und Co

    Die Mariendistel enthält hauptsächlich bioaktive Wirkstoffe, die als Flavonolignane bekannt sind. Der wichtigste Wirkstoffkomplex in der Mariendistel ist das Silymarin, das aus mehreren Verbindungen besteht, darunter:

    Silybin (auch Silibinin genannt): Dies ist die dominierende Verbindung im Silymarin-Komplex. Silychristin und Silydianin sind weitere wichtige Komponente des Silymarin-Komplexes.

    Diese Verbindungen sind bekannt dafür, die Leberfunktion zu unterstützen, indem sie die Zellmembranen der Leberzellen stabilisieren, Entzündungen reduzieren und die Bildung von gesundheitsfördernden Substanzen wie Glutathion fördern.

    Zusätzlich zu den Flavonolignanen enthält die Mariendistel auch andere natürliche Verbindungen wie Fettsäuren, Aminosäuren und ätherische Öle. 

    Auch einige Vitamine und Mineralstoffe sind wichtige pflanzliche Inhaltsstoffe von Mariendistel

    Vitamin E: Ein starkes Antioxidans, das hilft, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

    Vitamin K: Unterstützt die Blutgerinnung und die Knochengesundheit.

    Selen: Ein wichtiges Spurenelement mit antioxidativen Eigenschaften, das die Leberfunktion unterstützt.

    Zink: Fördert das Immunsystem und ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt.  

    3. Mariendistel Wirkung und Vorteile für die Gesundheit?

    Mariendistel Wirkung

    Die Mariendistel bietet eine Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen, insbesondere für die Lebergesundheit. Die enthaltenen Inhaltsstoffe wirken als starke Antioxidantien, die die Leberzellen vor Schäden durch freie Radikale und toxische Substanzen schützen. Die Einnahme von Mariendistel oder Mariendistelextrakt mit einem hohen Silymarin-Anteil kann dazu beitragen, Lebererkrankungen wie Fettleber, Leberzirrhose und Leberschäden durch Alkohol oder Medikamente vorzubeugen und Entzündungen in der Leber zu lindern.

    Darüber hinaus unterstützt Mariendistel die Verdauung, indem sie die Leber- und Gallenfunktion verbessert. Dies kann die Verdauung von Fetten fördern und Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl lindern. Die antioxidativen Eigenschaften der Mariendistel tragen dazu bei, den gesamten Körper vor oxidativem Stress zu schützen, der mit verschiedenen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und bestimmten Krebsarten in Verbindung gebracht wird.

    Ein weiterer potenzieller Vorteil ist die Cholesterinsenkung. Es gibt Hinweise darauf, dass Mariendistel dazu beitragen kann, den Cholesterinspiegel zu senken, was das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern könnte.

    Mariendistel wird auch als Teil von Entgiftungskuren eingesetzt, um den Körper bei der Ausscheidung von Toxinen zu unterstützen.

    4. Mariendistel Anwendung: Dosierung, Tagesverzehrmenge und Darreichungsform

    Mariendistelsamen werden üblicherweise in Form von Tee oder Nahrungsergänzungsmittel verwendet. 

    Für Mariendistel-Extrakte wird typischerweise eine tägliche Verzehrmenge von 600 bis 1200 mg empfohlen, wobei etwa 80 % Silymarin enthalten sind. Es ist ratsam, die Einnahme während einer Mahlzeit durchzuführen, um die Aufnahme der Wirkstoffe zu optimieren.

    Bei der Verwendung von Mariendistel-Tee werden in der Regel etwa 1 bis 2 Teelöffel Mariendistelsamen mit heißem Wasser übergossen und für etwa 10 bis 15 Minuten ziehen gelassen. Dieser Tee kann ein- bis zweimal täglich getrunken werden.

    Kapseln oder Tabletten, die Extrakte enthalten, sind praktisch und ermöglichen eine präzise Dosierung. Sie sind in der Regel höher dosiert und werden oft verwendet, um eine stärkere Wirkung zu erzielen. Im Gegensatz dazu bietet Mariendistel-Tee eine entspannte Möglichkeit, die Leber sanft zu unterstützen und einen milderen Schutz zu gewährleisten.

    5. Mariendistel Nebenwirkung und Risiken

    Bei der Anwendung von Mariendistel sollten einige wichtige Punkte beachtet werden:

    Qualität des Produkts: Stellen Sie sicher, dass Sie hochwertige Mariendistelprodukte von vertrauenswürdigen Herstellern kaufen. Es gibt mittlerweile nicht nur Bio Mariendistel als Tee sondern auch als Extrakte, die garantiert frei von Pestizide oder Zusatzstoffe sind.

    Dosierung: Befolgen Sie die Dosierungsanweisungen auf dem Produktetikett oder die Empfehlungen Ihres Arztes. Überschreiten Sie nicht die empfohlene Tagesverzehrmenge, es sei denn, Ihr Arzt empfiehlt eine höhere Dosis für spezielle Bedürfnisse. Hier gilt nicht das Motto: viel hilft viel.

    Einnahmezeitpunkt: Mariendistelprodukte sollten idealerweise während einer Mahlzeit eingenommen werden, da dies die Absorption der Inhaltsstoffe verbessern kann.

    Nebenwirkungen: Obwohl Mariendistel im Allgemeinen gut verträglich ist, können bei manchen Personen leichte Magenbeschwerden auftreten. Mariendistel kann mit bestimmten Medikamenten interagieren, insbesondere mit Arzneimitteln, die von der Leber verstoffwechselt werden. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt, wenn Sie andere Medikamente einnehmen, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden.

    Die Langzeitanwendung von Mariendistel über mehrere Monate gilt im Allgemeinen als sicher, sollte jedoch regelmäßig von einem Arzt überwacht werden, insbesondere wenn sie zur Behandlung von chronischen Lebererkrankungen eingesetzt wird.

    Personen mit Allergien gegen Korbblütler sollten die Verwendung von Mariendistel vermeiden. Schwangere oder stillende Frauen sollten vor der Anwendung einen Arzt konsultieren.

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    6. Häufige Fragen zu Mariendistel

    Was ist der Unterschied zwischen Bio Mariendistel Pulver und Mariendistel-Extrakten?

    Der Unterschied zwischen Bio Mariendistel Pulver und Mariendistel-Extrakten liegt in der Art der Herstellung und der Konzentration der Wirkstoffe.

    Bio Mariendistel Pulver: Dies ist gemahlenes Mariendistel-Saatgut in Pulverform. Es enthält die natürlichen Bestandteile der Pflanze, darunter Flavonolignane wie Silymarin, aber in einer weniger konzentrierten Form im Vergleich zu Extrakten.

    Mariendistel-Extrakte: Diese werden durch Extraktion der aktiven Wirkstoffe aus den Mariendistel-Samen hergestellt. Dadurch sind Extrakte in der Regel stärker konzentriert und enthalten höhere Mengen an Silymarin und anderen bioaktiven Verbindungen.

    Die Wahl zwischen Pulver und Extrakt hängt von der gewünschten Wirkstoffkonzentration und der beabsichtigten Anwendung ab. Extrakte sind oft für therapeutische Zwecke bevorzugt, während Pulver eine natürlichere Form der Nahrungsergänzung darstellt.

    Welche Inhaltsstoffe sind bei Mariendistel wichtig?

    Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Mariendistel sind das Wirkstoffkomplex Silymarin (bestehend aus Silybin, Silychristin, Silydianin), Flavonoide wie Quercetin, Aminosäuren wie Arginin, essentielle Fettsäuren wie Linolsäure, sowie Mineralstoffe (Selen, Zink) und Vitamin E. Diese Inhaltsstoffe unterstützen die Lebergesundheit und bieten antioxidativen Schutz.

    Welche Wirkung hat die Mariendistel auf die Leber?

    Mariendistel schützt die Leber auf mehrere Weisen:

    Antioxidative Wirkung: Die in der Mariendistel enthaltenen Silymarine wirken als starke Antioxidantien. Sie neutralisieren freie Radikale, die Zellschäden verursachen können, und schützen so die Leberzellen vor oxidativem Stress.

    Entzündungshemmende Eigenschaften: Mariendistel kann Entzündungen in der Leber reduzieren, indem sie die Freisetzung von entzündungsfördernden Substanzen hemmt. Dies ist wichtig, da Entzündungen die Leber schädigen und zu weiteren Komplikationen führen können.

    Stabilisierung der Zellmembranen: Silybin stabilisiert die äußere Membran der Leberzellen. Dadurch wird verhindert, dass schädliche Substanzen in die Zellen eindringen und Schäden verursachen.

    Förderung der Regeneration: Mariendistel kann die Regeneration geschädigter Leberzellen fördern, indem sie das Wachstum von neuem gesundem Gewebe unterstützt und die Heilungsprozesse in der Leber anregt. 

    Welche Wirkung hat die Mariendistel auf die Haut?

    Mariendistel kann die Haut durch ihre entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften unterstützen. Sie hilft, Hautentzündungen wie Akne zu reduzieren, schützt vor freien Radikalen und kann die Hautfeuchtigkeit verbessern. Mariendistelöl ist besonders nährend und fördert die Hautregeneration.

    Welche Wirkung hat die Mariendistel auf die Psyche?

    Die direkte Wirkung der Mariendistel auf die Psyche ist begrenzt. Allerdings kann eine gesunde Leberfunktion, die durch Mariendistel unterstützt wird, indirekt die Stimmung und das Wohlbefinden positiv beeinflussen. Eine gesunde Leber trägt zur Entgiftung des Körpers bei, was sich wiederum auf den Gesamtzustand und die psychische Gesundheit auswirken kann.

    Kann die Einnahme von Mariendistel bei der Gewichtsabnahme helfen?

    Die Mariendistel wird nicht direkt zur Gewichtsabnahme verwendet, aber sie kann indirekt helfen. Durch die Unterstützung der Lebergesundheit kann Mariendistel den Stoffwechsel verbessern und die Entgiftung des Körpers fördern. Entzündungshemmende Eigenschaften könnten auch dazu beitragen, metabolische Probleme zu lindern. Dennoch ist eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung entscheidend für nachhaltige Gewichtsabnahme.

    Gibt es Studien zu Mariendistel und Krebs / Cancer?

    Es gibt einige Studien, die sich mit der möglichen Wirkung der Mariendistel (Silymarin) auf verschiedene Krebsarten beschäftigt haben. Einige dieser Studien deuten darauf hin, dass Silymarin potenziell antitumorale Eigenschaften haben könnte, indem es das Zellwachstum hemmt, die Zellzyklusregulation beeinflusst und die Bildung neuer Blutgefäße in Tumoren hemmt.

    Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die vorliegenden Daten gemischt sind und weitere hochwertige klinische Studien erforderlich sind, um die genaue Wirkung von Mariendistel auf Krebs zu bestimmen.

    Worauf ist bei der Einnahme von Mariendistel zu achten?

    Bei der Einnahme von Mariendistel ist es wichtig, hochwertige Produkte zu verwenden und die empfohlene Dosierung nicht zu überschreiten. Nehmen Sie Mariendistel idealerweise während einer Mahlzeit ein, um die Verträglichkeit zu verbessern. Beobachten Sie mögliche Nebenwirkungen wie Magenbeschwerden. Besprechen Sie die Einnahme mit Ihrem Arzt, insbesondere wenn Sie andere Medikamente einnehmen oder schwanger sind. 

    Hat Mariendistel Nebenwirkungen?

    Mariendistel ist im Allgemeinen gut verträglich, aber bei einigen Personen können leichte Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören gelegentliche Magenbeschwerden wie Verdauungsstörungen oder Übelkeit. Selten können allergische Reaktionen auftreten, insbesondere bei Personen mit Allergien gegen Korbblütler.

    Personen mit einer bekannten Allergie gegen Mariendistel oder andere Pflanzen der Familie Asteraceae (Korbblütler) sollten die Verwendung von Mariendistel vermeiden. 

    Mit welchen anderen Heilpflanzen lässt sich Mariendistel kombinieren?

    Mariendistel kann gut mit anderen Heilpflanzen kombiniert werden, um verschiedene gesundheitliche Vorteile zu erzielen. Mariendistel Artischocke Löwenzahn ist eine beliebte Kombination um die Wirkung auf die Leber und Verdauung noch zu verbessern. 

    Löwenzahn: Zusammen mit Mariendistel kann Löwenzahn die Lebergesundheit weiter unterstützen und die Verdauung fördern.

    Artischocke: Artischocke ist eine weitere Leberpflanze, die die Wirkung von Mariendistel bei Lebererkrankungen verstärken kann.

    Schöllkraut: Diese Kombination kann bei der Behandlung von Leberbeschwerden, insbesondere Gallenblasenproblemen, hilfreich sein.

    Kurkuma: Kurkuma hat starke entzündungshemmende Eigenschaften und kann mit Mariendistel kombiniert werden, um die allgemeine Gesundheit der Leber und des Verdauungssystems zu fördern.

    Pfefferminze: Pfefferminze kann bei der Linderung von Magenbeschwerden helfen und sich gut mit Mariendisteltee kombinieren lassen.

    7. Fazit

    Die Mariendistel ist eine traditionelle Heilpflanze, die vor allem für ihre positiven Effekte auf die Lebergesundheit bekannt ist. Ihre bioaktiven Wirkstoffe, insbesondere Silymarin und Silybin, schützen und regenerieren Leberzellen und unterstützen so bei der Behandlung von Lebererkrankungen wie Fettleber und Leberzirrhose. Zudem wirkt sie antioxidativ, entzündungshemmend und fördert die Verdauung. Bei der Anwendung ist auf eine angemessene Dosierung und mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten zu achten. Insgesamt stellt die Mariendistel eine wertvolle Ergänzung für die Lebergesundheit dar, sollte jedoch unter ärztlicher Beratung verwendet werden.

    Weitere Artikel:
    Artischocken

    Referenzen

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